Gestern wars also mal wieder soweit: der Medienpreis des Burda Verlags Bambi wurde mal wieder an mehr oder weniger wichtige Leute vergeben worden. Gespickt mit Auftritten von internationalen Größen wie Justin "the Biebs - ich mach Babies mit meinen Fans Backstage" Bieber und Lady "im born this way" Gaga sowie Gwyneth Paltrow, die durch den Abend führte und J.Los alte Kleider auftrug war für die Medienwelt sowie die Blogosphäre und Twitterwelt eines besonders erwähnungswürdig: Bushido kriegt den Integrationsbambi. Das darf ja nicht wahr sein! Der Kanacke und Vorstadtgangster? Skandal! Skandal? Nein, egal!
Denn der eigentliche Höhepunkt des abends, den alle vor künstlicher Aufregung über Bushido übersehen haben war der Auftritt des Alt-Kanzlers Helmut Schmidt. Deswegen möchte ich an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf den wahren Höhepunkt lenken und gebe euch die Rede nicht nur oberhalb im Video sondern auch in Wort und Schrift in den Kommentaren. Herr Schmidt, danke man!
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"Liebe Frau Maischberger, lieber Herr Burda, meine Damen und Herren,
Lassen sie mich zunächst bitte der Jury des Hauses Burda danken, dass sie mich ausgewählt hat zum Preisträger. In der Begründung werden einige lobende Worte zu meiner Person gesagt. Mir sind allerdings alle ihre Formulierungen eine Numer zu großartig. Wohl aber möchte ich Ihnen und besonders Frau Maischberger für ihre schmeichelhaften Worte danken. Freundlicherweise haben Sie ganz schön übertrieben. Und Sie haben zugleich meine Fehler und schwächen verschwiegen. Gleichwohl muß ich Ihnen gestehen, dass ich diese Worte gerne gehört habe.
Wenn man in der Zeit des ersten deutschen Zusammenbruchs 1918 hinein geboren wurde. Wenn man die Weimarer Republik als Kind erlebt hat. Und dann 1933 mit 14 Jahren den zweiten Zusammenbruch auf den die NAZI Zeit mit Krieg und ungeheuren Menschenopfern gefolgt ist; und wenn man dann 1945 den dritten Zusammenbruch und die Zweiteilung unserer Nation - wenn man diese drei Zusammenbrüche begriffen hat. Dann darf man heute trotz aller Defizite, trotz aller ungelösten Probleme, dann darf man heute sagen: unsere Nation und unser Staat sind in einer besseren inneren Verfassung und in einer friedlicheren äußeren Verfassung als jemals in früheren Generationen. Gegenwärtig befinden wir uns in Europa in einer Krise der Europäischen Union und ihrer Institutionen. Diese Krise kann nur mit viel Geduld gelöst werden. Es gibt keine Patentrezepte. Und natürlich sind wir Deutschen ebenso wie unsere europäischen Nachbarn und Partner, aber auch Amerika und viele weitere Staaten in Asien und Südamerika; die sind alle von einer weltweiten Finanzkrise betroffen. Gleichwohl sollten wir deutschlands Lage nicht negativ malen. Laßen sie uns trotz aller Kontroversen nicht vergessen, dass unser Land eine höhere Stabilität erreicht hat als jemals in früheren Zeiten.
Diese große Leistung der letzten sechs Jahrzehnte, die hätten wir allerdings niemals allein und auch nicht aus eigener Kraft allein zu Stande gebracht. Sie wäre nicht möglich gewesen ohne unsere Einbettung in die Europäische Gemeinschaft und das Atlantische Bündnis. Sie wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfen durch unsere Nachbarn, durch die westlichen Siegermächte. Nicht ohne den politischen Aufbruch im Osten Mitteleuropas und ohne das Ende der kommunistischen Diktatur.
Wir haben Grund zur Dankbarkeit. Als bevölkerungsreichste Nation in der europäischen Union und als ökonomisch stärkstes Land im Euro-Raum, haben wir zugleich die Pflicht uns der empfangenen Solidarität würdig zu erweisen indem wir solidarisch sind mit unseren Nachbarn und mit unseren Partnern. Wir Deutschen müßen weiterhin eine Gesinnung der guten Nachbarschaft pflegen. Bedenken Sie immer wieder, dass die Franzosen und die Polen seit eintausend Jahren unsere Nachbarn sind, und sie werden es auch am Ende dieses Jahrhunderts sein. Sie werden immer unsere Nachbar sein. Und ein Gleiches gilt für die Holländer, für die Tschechen, für die Dänen, es gilt für alle unsere direkten und indirekten Nachbarn. Deutschland hat mehr Nachbarn als alle anderen Völker in Europa.
Herr Burda, Sie haben recht, wenn Sie mir geschrieben haben, dass ich die Bedeutung der den Deutschen aus ihrer Geschichte erwachsenen Verantwortung, Verantwortung für das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa immer betont habe. Das möchte ich auch heute abend wiederholen. Denn eine friedliche Nachbarschaft, die bleibt für uns Deutsche der entscheidend wichtige Teil aller unserer Pflichten. Das gemeinsame öffentliche Wohl der Nationen muß die Maxime unseres eigenen Handelns sein.
Liebe Frau Maischberger, lieber Herr Burda, meine Damen und Herren, herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."
Sehe grade beim zweiten lesen, ich hätte es mal beim ersten Mal dreimal lesen sollen. Sorry für die Rechtschreib- und Gramatikfehler aber ich war in Rage ;)
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Über Gott und die Welt
Kommentare für
Bim Bambi No! Bushiwer? Helmuth Schmidt hat eine gute Rede gehalten. Hier zum nachlesen.
von DrOktagon, am 11.11.2011
Gestern wars also mal wieder soweit: der Medienpreis des Burda Verlags Bambi wurde mal wieder an mehr oder weniger wichtige Leute vergeben worden. Gespickt mit Auftritten von internationalen Größen wie Justin "the Biebs - ich mach Babies mit meinen Fans Backstage" Bieber und Lady "im born this way" Gaga sowie Gwyneth Paltrow, die durch den Abend führte und J.Los alte Kleider auftrug war für die Medienwelt sowie die Blogosphäre und Twitterwelt eines besonders erwähnungswürdig: Bushido kriegt den Integrationsbambi. Das darf ja nicht wahr sein! Der Kanacke und Vorstadtgangster? Skandal! Skandal? Nein, egal!
Denn der eigentliche Höhepunkt des abends, den alle vor künstlicher Aufregung über Bushido übersehen haben war der Auftritt des Alt-Kanzlers Helmut Schmidt. Deswegen möchte ich an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf den wahren Höhepunkt lenken und gebe euch die Rede nicht nur oberhalb im Video sondern auch in Wort und Schrift in den Kommentaren. Herr Schmidt, danke man!
Lassen sie mich zunächst bitte der Jury des Hauses Burda danken, dass sie mich ausgewählt hat zum Preisträger. In der Begründung werden einige lobende Worte zu meiner Person gesagt. Mir sind allerdings alle ihre Formulierungen eine Numer zu großartig. Wohl aber möchte ich Ihnen und besonders Frau Maischberger für ihre schmeichelhaften Worte danken. Freundlicherweise haben Sie ganz schön übertrieben. Und Sie haben zugleich meine Fehler und schwächen verschwiegen. Gleichwohl muß ich Ihnen gestehen, dass ich diese Worte gerne gehört habe.
Wenn man in der Zeit des ersten deutschen Zusammenbruchs 1918 hinein geboren wurde. Wenn man die Weimarer Republik als Kind erlebt hat. Und dann 1933 mit 14 Jahren den zweiten Zusammenbruch auf den die NAZI Zeit mit Krieg und ungeheuren Menschenopfern gefolgt ist; und wenn man dann 1945 den dritten Zusammenbruch und die Zweiteilung unserer Nation - wenn man diese drei Zusammenbrüche begriffen hat. Dann darf man heute trotz aller Defizite, trotz aller ungelösten Probleme, dann darf man heute sagen: unsere Nation und unser Staat sind in einer besseren inneren Verfassung und in einer friedlicheren äußeren Verfassung als jemals in früheren Generationen. Gegenwärtig befinden wir uns in Europa in einer Krise der Europäischen Union und ihrer Institutionen. Diese Krise kann nur mit viel Geduld gelöst werden. Es gibt keine Patentrezepte. Und natürlich sind wir Deutschen ebenso wie unsere europäischen Nachbarn und Partner, aber auch Amerika und viele weitere Staaten in Asien und Südamerika; die sind alle von einer weltweiten Finanzkrise betroffen. Gleichwohl sollten wir deutschlands Lage nicht negativ malen. Laßen sie uns trotz aller Kontroversen nicht vergessen, dass unser Land eine höhere Stabilität erreicht hat als jemals in früheren Zeiten.
Diese große Leistung der letzten sechs Jahrzehnte, die hätten wir allerdings niemals allein und auch nicht aus eigener Kraft allein zu Stande gebracht. Sie wäre nicht möglich gewesen ohne unsere Einbettung in die Europäische Gemeinschaft und das Atlantische Bündnis. Sie wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfen durch unsere Nachbarn, durch die westlichen Siegermächte. Nicht ohne den politischen Aufbruch im Osten Mitteleuropas und ohne das Ende der kommunistischen Diktatur.
Wir haben Grund zur Dankbarkeit. Als bevölkerungsreichste Nation in der europäischen Union und als ökonomisch stärkstes Land im Euro-Raum, haben wir zugleich die Pflicht uns der empfangenen Solidarität würdig zu erweisen indem wir solidarisch sind mit unseren Nachbarn und mit unseren Partnern. Wir Deutschen müßen weiterhin eine Gesinnung der guten Nachbarschaft pflegen. Bedenken Sie immer wieder, dass die Franzosen und die Polen seit eintausend Jahren unsere Nachbarn sind, und sie werden es auch am Ende dieses Jahrhunderts sein. Sie werden immer unsere Nachbar sein. Und ein Gleiches gilt für die Holländer, für die Tschechen, für die Dänen, es gilt für alle unsere direkten und indirekten Nachbarn. Deutschland hat mehr Nachbarn als alle anderen Völker in Europa.
Herr Burda, Sie haben recht, wenn Sie mir geschrieben haben, dass ich die Bedeutung der den Deutschen aus ihrer Geschichte erwachsenen Verantwortung, Verantwortung für das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa immer betont habe. Das möchte ich auch heute abend wiederholen. Denn eine friedliche Nachbarschaft, die bleibt für uns Deutsche der entscheidend wichtige Teil aller unserer Pflichten. Das gemeinsame öffentliche Wohl der Nationen muß die Maxime unseres eigenen Handelns sein.
Liebe Frau Maischberger, lieber Herr Burda, meine Damen und Herren,
herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."
Helmut Schmidt, Wiesbaden 2011.